50 Jahre Erstflug Transall C-160

Am 24. Mai 1963 schien die Sonne über Deutschland und nahe Bremen erhob sich ein neues Transportflugzeug erstmalig in den bundesdeutschen Himmel. Ein Flugzeug welches von der Transporter Allianz, einem Konsortium aus Nord Aviation, Vereinigte Flugtechnische Werke (VFW) und Hamburger Flugzeugbau (HFB) erbaut worden war. Die damaligen Bilder werden für die Zeitzeugen sicherlich imposante Erinnerungen hinterlassen haben. Fünfzig Jahre später hat sich dieses Flugzeug zu einem der größten Erfolge in der Transportfliegergeschichte entwickelt, die Transall C-160. Afrika, Amerika, Asien, selbst Australien, alle Kontinente hat dieses Flugzeug gesehen und erfolgreich die gestellten Aufgaben gemeistert.

Paradeaufstellung anlässlich des Jubiläums

Grund genug diesem Flugzeug, unserer Transall, und allen an diesem Erfolg beteiligten Dank zu sagen. Mit einem feierlichen Appell in Landsberg, unserem südlichen Schwestergeschwader, wurde diesem Meilenstein der Geschichte am 24. Mai 2013 gedacht. Abordnungen der Lufttransportgeschwader, geladene Gäste und vor allen Dingen viele Ehemalige, wohnten einer emotionalen, feierlichen und persönlichen Rede des Befehlshaber Luftwaffenführungskommando, Herrn Generalmajor Martin Schelleis bei, der die Laudatio hielt. Generalmajor Schelleis erinnerte daran, dass die Transall vor 50 Jahren nicht einfach vom Himmel gefallen sei, sondern das Produkt vieler daran arbeitender Menschen gewesen sei. Darum schloss er in seinen Dank für dieses stolze Jubiläum auch diejenigen als wesentlichen Mosaikstein mit ein, die dafür Sorge tragen, dass die Transall immer gut gewartet und für den Flug vorbereitet bereitgestellt wird. Untermalt wurde die Zeremonie vom Fliegermarsch und der Nationalhymne, dargeboten vom Luftwaffenmusikkorps 1 aus München-Neubiberg.

Die C-160 Transall hatte in Deutschland ihren Erstflug am 25. Mai 1963 in Lemwerder bei Bremen. Am 30. April 1968 erhielt die deutsche Luftwaffe ihre erste Transall, die allerdings direkt nach Manching überführt wurde. Die erste C-160, die dann wirklich den erwartungsvollen Piloten der Luftwaffe übergeben wurde, landete am 8. August 1968, vor nunmehr 45 Jahren, hier bei uns in Hohn. Doch dazu mehr in der kommenden Brummel.

Im Rahmen eines  Empfangs nach dem Zeremoniell in einem Luftfahrzeughangar in Landsberg  ließen Generalmajor a.D. Hans-Werner Ahrens, Generalleutnant Joachim Wundrak sowie Brigadegeneral Jörg Lebert, die Ära des Lufttransports und der Transall in Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft Revue passieren, ohne dabei deutliche Worte zu Erfolgen aber auch Misserfolgen, insbesondere in der Entwicklung eines Nachfolgers,  vermissen zu lassen.

Abschreiten der Paradeaufstellung

Das Arbeitstier der Luftwaffe, liebevoll auch Engel der Lüfte genannt hat diese 50 Jahre bislang gut überstanden. Den Penzinger Festakt mit geladenen Gästen aus Politik, Gesellschaft, hochrangigen Vertretern der Luftwaffe, dem französischen Kommandeur EATC, Generalmajor Pascal Valentin, sowie einerC-160-Gastbesatzung der türkischen Luftwaffe rundeten Vertreter der Industrie mit  Ausstellungen zu einem neuem Flight-Management-System, der für den Flug mit Nachtsichtbrillen umgerüsteten Transall, aber auch zum Nachfolger, der A400M, in einem Empfang ab.

Eine Leistungsdemonstration, in der eine Besatzung die Fähigkeiten der Transall in gewohnt ruhiger Fluglage zeigte, beendeten den Festakt.

Weitere 50 Jahre wird unsere Transall als Engel der Lüfte nicht mehr erleben, doch ihr sonores Brummen, welches Ruhe und Zuverlässigkeit ausstrahlt, wird uns wohl noch einige Jahre begleiten. Bis dahin wird dieses Flugzeug, welches in der Bevölkerung eine Akzeptanz hat wie kein anderes Luftfahrzeug der Luftwaffe wohl noch lange Soldaten und Güter in alle Winkel dieser Welt verbringen.

Geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft

Unsere „Trall“ wird dieser Aufgabe Dank ihres immensen Fähigkeitsspektrums und mit der ihr entgegengebrachten fast liebevollen Zuneigung gerecht werden.

Dann wird ihr Nachfolger, der Airbus A400M, in der Verpflichtung stehen, die erfolgreiche Geschichte der Transportfliegerei der Luftwaffe weiterzuschreiben.

Oberst Hartmut Zitzewitz, Fotos: Thorsten Jordan